Aufgrund eines schlimmen Ereignisses, welches zum Glück für uns noch mal gut ausgegangen ist, habe ich diese Seite eingerichtet, um andere Hundehalter vor ähnlichen Erlebnissen möglichst zu bewahren.

Von Kind an lebe ich mit Hunden zusammen und man sollte meinen, ich hätte "Ahnung von Hunden" und mache im Umgang mit Hunden immer alles richtig.  Wie ich aber immer wieder feststellen muß und so auch an diesem 06.01.2009 lehrt uns das Zusammenleben mit ihnen andere Realitäten. Und es lehrt eine Bescheidenheit, die bei mir lautet, daß ich an dem Tag, an dem ich behaupte, "Ahnung von Hunden" zu haben, meinen Beruf "an den Nagel hängen" werde. Was ich an diesem Tag lernen mußte, war für mich nicht nur eine "Lehre", sondern eine "Lektion", die ich mein ganzes Leben nicht mehr vergessen werde!   Und das kam so:

An diesem besagten Tag ging ich nachmittags noch mal mit meinen Hunden "schnell" Gassi. Da es schon 15.30 Uhr war und bald dunkel wurde, zog ich meinen Hunden nur schnell die dick gefütterten Hundemäntel an. Eines der Leuchthalsbänder, die ich sonst um diese Zeit immer anlege war defekt und so mußte es eben diesmal "ohne" gehen. Es war Schnee gefallen und glatt auf den Straßen und es sollten in der Nacht minus 25 Grad Celsius werden. Seit 3 Jahren mache ich mit Lani "Antijagdtraining" und mit Gustavo seit 2 Jahren, mit dem Erfolg, daß ich Lani mittlerweile von einem Reh abrufen kann. Wer die Rasse "Podenco" kennt, weiß was Jagdtrieb ( je nach Erfahrung, gerade wenn sie aus dem Tierschutz kommen) bei diesen Hunden bedeuten kann und wieviel Mühe es macht auch nur zu minimalen Erfolgen zu gelangen. Wir fuhren nun zu unserem Feld und ich leinte Lani ab und wurde diesmal auch bei Gustavo "schwach", den ich ansonsten nicht ableinen kann, aufgrund seines hohen Jagdtriebes. Aber da die Autos aufgrund der Glätte nur sehr langsam fahren konnten, wir auf dem Feld weit weg von der Straße waren und weit und breit kein Reh zu sehen war, riskierte ich es eben. Zunächst ging auch alles gut, bis plötzlich eben doch Rehe auftauchten und meine 2 "Rehe" natürlich nichts besseres zu tun hatten, als hinterherzujagen. Zu allem Unglück war es schon dämmrig und es zog plötzlich Wind und Nebel auf, so daß mein Rufen schon im Nebel verhallte. Zunächst machte ich mir keine Sorgen, da sie immer wieder kommen, aber diesmal kamen sie eben nicht. Ich malte mir sämtliche Schreckensszenarien aus, vom Autounfall, Hunde im Eis eingebrochen, in der Schneewehe versunken, vom Hundefänger weggeschnappt oder vom Wildschwein angefallen, (den Wildschweinen begegnete ich tatsächlich). Mein Lebensgefährte und ich suchten bis 22 Uhr, mein Kind lag zu Hause weinend im Bett und ich machte mir große Vorwürfe über meinen Leichtsinn. Die ganze Nacht schauten wir nach, ob sie nicht doch vor der Tür stehen, immer in der Sorge, wo sie bei den eisigen Temperaturen wohl Unterschlupf gefunden haben könnten und daß sie hoffentlich nicht erfrieren! Am nächsten Tag ging die Suche weiter, wir verständigten sämtliche Polizeireviere, Tierheime, Ordnungsämter, Tierpensionen usw. und ich konnte meine Worte:" Wir vermissen 2 Hunde mit einem Mantel..., bitte rufen Sie auf dem Handy an, ich bin draussen auf der Suche " schon nicht mehr hören. Wo konnten nur 2 Hunde gleichzeitig verschwunden sein??? Am Abend brach ich dann, in großer Sorge, völlig verzweifelt und erschöpft, die Suche ab und als ich zur Haustür hereinkam, klingelte das Telefon. Ein Mann am Telefon fragte mich: " Vermissen Sie einen Hund mit einem Mantel?" "JJJAAA, Gott sei Dank, wo sind sie denn, ich vermisse 2, aber erstmal einer ist auch gut, wo soll ich hinkommen?" Schnell fahre ich zu der beschriebenen Adresse. Ein freundlicher Mann begrüßt mich und ich zeige Ihm 2 große Bilder von Lani und Gustavo. Er zeigt auf das Bild von Lani und er hätte immer nur 1 Hund gesehen und eine Schüssel mit Wiener Würstchen hingestellt. Wir gehen zu der Stelle hinter dem Garten und ich rufe und plötzlich steht Gustavo vor mir, zitternd und erschöpft, ich greife sofort zwischen Mantel und Hund und er hat einen warmen Körper. Der Mantel hat ihm bei der Kälte und seinem sehr kurzem Fell wohl das Leben gerettet. "Nö, den Hund hab ich vorhin hier noch nicht gesehen, da muß noch einer da sein!"  Da sehe ich schon Lani angerannt kommen, ebenfalls warm und erstaunlich munter, aber sichtlich froh, daß ich endlich wieder da bin. Lani und Gustavo haben immer eine kleineTasche mit Ihrer Adresse am Geschirr. Da Lani aber so verunsichert war und lieber Abstand zu dem Mann hielt, konnte er nicht nachschauen, wem der Hund gehörte. An der letzten Stelle, an der ich gesucht hatte, müssen wir ungefähr nur 500 Meter voneinander entfernt gewesen sein, denn als ich Lani rief, bellte auch ein Hund in etwa von der Fundstelle ( so genau konnte ich es nicht lokalisieren)  und es klang genau wie Lani, aber da beide völlig die Orientierung verloren hatten und ihre Futterstelle aufgrund der Witterungsbedingungen auch nicht verlassen wollten, versuchte sie sich wahrscheinlich so bemerkbar zu machen. Lani und Gustavo haben diese "Ausflug" völlig unversehrt überstanden, aber mir ist auch bewußt, wieviel Glück wir hatten. Aus Erfahrung weiß ich, daß auch solche Erlebnisse Gustavo`s Jagdleidenschaft keinerlei Abbruch tun und so werde ich ihn zukünftig nur noch an der Schleppleine laufen lassen können.

Aufgrund dieses Erlebnisses kann ich jedem Besitzer eines Windhundes oder einer kurzhaarigen Rasse nur empfehlen im Winter bei kalten Temperaturen dem Hund immer einen Mantel  anzuziehen, auch wenn es etwas "uncool" auszieht. Die Mäntel waren in meinem Fall auch ein Erkennungszeichen, was sich jeder, den ich bezüglich der Vermisstenmeldung anrief sofort einprägte und so war es nicht nur ein zugelaufener Hund, sondern ein "Hund mit einem Mantel" und Herr Heyne von der Tierpension Niederau wußte sofort, wo der Hund hingehört und gab dem Finder meine Telefonnummer. Und für alle sind Leuchthalsbänder, Kenndecken mit Reflex oder Reflexgeschirre, gerade in der "dunklen" Jahreszeit ein unbedingtes Muß, denn es muß ja nicht unbedingt der Jagdtrieb sein, der den Hund zum "ausbüchsen" verleitet, es kann ja auch ein Knaller, ein Heißluftballon, eine Katze oder eine läufige Hündin sein. Auch wenn Hunde sich sehr gut orientieren können und eigentlich den Weg nach Hause über weite Entfernungen immer wieder finden, können die Witterungsbedingungen, wie in meinem Fall einmal so schlecht sein, daß auch die beste "Suchnase" die Orientierung verliert. Immer wieder werden Hunde vermisst, die ihr zu Hause niemals wieder finden. Wie schrecklich es für die Besitzer sein muß und wie es sich anfühlt, nicht zu wissen, was aus dem geliebten Tier geworden ist, ob es ihm gut geht oder ob es noch lebt, kann ich nun bestens nachempfinden.  

Wichtig finde ich den Hund in jedem Fall mit einem Microchip, der vom Tierarzt gesetzt wird, zu versehen. Zusätzlich sollte der Hund ein Täschen mit seiner Adresse tragen, aber immer nachschauen, ob man die Telefonnummer noch lesen kann, manchmal wird sie durch die Feuchtigkeit unleserlich. Besser ist eine kleine Metallplakette mit eingraviertem Namen und der Telefonnummer.

Ich möchte mich auf diesem Wege ganz herzlich bei allen bedanken, die bei der Suche mitgeholfen haben, besonderer Dank gilt natürlich Herrn Kunze aus Soppen, der Lani und Gustavo gefunden hat und so menschlich und besonnen handelte. Desweiteren bedanke ich mich bei Herrn Heyne von der Tierpension Niederau und Frau Carls von " Podenco-in-Not" für die Hilfe und die Ratschläge und bei Frau Sauerland von "Communicanis" die in mich Ihrer Eigenschaft als Tierkommunikatorin auf die richtige Spur gesetzt und ohne zu zögern geholfen hat.               

         

Gustavo: " Im Winter gehe ich jetzt immer mit Mütze raus!"