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" Rudellaufen" - Der "Knigge" unter Hunden

Wie verhält sich mein Hund in einer Hundegruppe? Wenn er sich aggressiv verhält, wie kann ich ihm helfen sein Verhalten zu ändern? Warum kommt mein Hund nicht gleichgeschlechtlichen Artgenossen zurecht? Warum spielt mein Hund nicht mit anderen Hunden? Warum kennt er keine Grenzen im Spiel ? Warum wird mein Hund ständig von anderen Hunde gemobbt?  

 

 

Viele Fragen - eine Ursache - eine Antwort

Viele Fragen auf ganz unterschiedliche Probleme und eine Antwort, weil immer ist gleiche Ursache verantwortlich.

 

 

Die Ursache

Um herauszufinden, was einen Hund "sozial verträglich" macht, ist es wichtig, zu wissen wie Wölfe, die Stammväter unserer Hunde sich in einer Gemeinschaft verhalten. Auch 14000 Jahren Domestikationgeschichte, der Weg zur Haustierwerdung vom Wolf zum Hund, haben zwar bewirkt, daß Hunde sich optimal an das Menschenleben angepasst haben, aber in vielen Grundzügen, die Verhaltensweisen ihres Urvaters besitzen. Trotzdem Hunde sind keine Wölfe, d.h. im Zuge der Haustierwerdung wurden Verhaltensweisen durch Menschen unterdrückt oder gefördert. Es entstanden, in verschiedenen Teilen unserer Erde, Hunderassen mit unterschiedlichen Verhaltensmerkmalen, d.h. unsere Hunde sprechen nicht nur "Wolf", sondern jeder, abhängig von seiner genetischen Veranlagung, eben seinen "Dialekt". 

 

 

 

 

Das Wolfsrudel

 

 

Ein Wolfsrudel ist ein Familienverband, bestehend aus Vater (Alpharüde) , Mutter (Alphawölfin) und ihren Nachkommen. Von  Zeit zu Zeit wandern Nachkommen ab, meist rangniedrige Wölfe, und bilden ein neues Rudel, in "unbesetzten Territorien".

 

 

Das Band, der Zusammenhalt des Rudels, unterliegt zwar streng hierarichischen Strukturen, ist aber keine diktatorische Hackordnung, sondern Symphatie und Zuneigung bestimmen den Rudelalltag, vergleichbar mit einer Menschenfamilie, wo Vater und Mutter sich lieben und die Kinder als Nachkommen, ihre Eltern lieben. Es gibt Regeln und Grenzen, die die Welpen von Geburt an lernen und anerkennen müssen. Die Wölfchen lernen z.B. sich respektvoll und unterwürfig den erwachsenen Wölfen gegenübner zu verhalten, NICHT indem sie von den Alttieren unter Druck unterworfen oder auf den Rücken gelegt werden, sie werden von den Alttieren niemals auf den Rücken gelegt, sondern sie lernen das es sich LOHNT diese Verhaltensweisen zu zeigen, weil sie nur dann Anerkennung, Aufmerksamkeit, Zuwendung und Futter bekommen. ( Also wenn Sie und Ihr Hund es schon immer seltsam fanden, warum Ihr Hund aus mangelnden Respekt auf den Rücken gedreht werden muß, lagen sie mit Ihrem Gefühl völlig richtig, er wird höchstwahrscheinlich nicht die richtigen Rückschlüsse aus Ihrem Verhalten ziehen können und sie als aggressiv und als inkompetent einstufen und wird Sie menschliche Bezugsperson in dieser Situation meiden.

 

 

Die Hundegruppe

 

Die beschriebene Wolfsfamilie könnte es natürlich auch als Hunderudel geben, was natürlich bei uns in den seltensten Fällen so sein wird. Die meisten Hunde stammen von verschiedenen Familien ab und wenn sie sich symphatisch finden und die Gelegenheit haben, sich öfter zu treffen oder vielleicht sogar in einem Haushalt leben, dann bilden sie Hundegruppen. Diese Zusammensetzung besteht natürlich nicht in einer natürlichen Vater-Mutter-Kind-Beziehung, sondern ist eigentlich in Bezug auf eine zu findende Rangordnung viel komplizierter, wäre da nicht ihre unglaubliche Anpassungsfähigkeit. In der sozialen Anpassungsfähigkeit gegenüber fremden Individuen sind unsere Haushunde ihren wilden Verwandten haushoch überlegen. Aber auch hier kann es regionale und genetische Unterschiede geben.  

 

Können Hunde von Welpenbeinen an in einer Hundegruppe heranreifen, werden sie von den anderen Gruppenmitgliedern, sofern es sich wiederum um sozial kompetente Hunde handelt, zu eben solchen erzogen werden.  Da ich einige Schützlinge schon seit vielen Jahren begleiten darf und immer wieder beobachte wie sich die Generationen erziehen, ist es interessant zu sehen, wie Verhaltensweisen von Generation zu Generation weitergegeben werden. Manchmal scheint es sogar "Idole" zu geben, die von den jüngeren besonders bewundert und hofiert werden. Besonders bei Rüden kann ich dieses Verhalten immer wieder beobachten. Zwei dieser "Idole" sind mein Podenco/Galgo Gustavo und Labrador/Golden Retriever Marley. Beide zeichnen sich einerseits durch ihre Souveränität und Ruhe, andererseits durch Ihre soziale Kompetenz aus.(Wenn sie immer den Wunsch hatten , das "Idol" und nicht der "Idiot" Ihres Hundes zu sein, sollte es sich lohnen, nach diesem Vorbild zu leben.) Marley ist ein sehr sanftmütiger und nervenstarker Hund, der in schwierigen Situationen, sehr souverän entscheidet,was zu tun ist. Er geht auf alle Neuankömmlinge freundlich , aber bestimmt zu und alle fühlen sich in seiner Gegenwart wohl und sicher. Andererseits ist er in der Welpengruppe der liebevollste Erzieher, den man sicher vorstellen kann. Er beschäftigt sich auf eine sehr liebevolle Art und Weise mit den Welpen, daß diese zu dem großen Hund schnell Vertrauen fassen.

 

Erwachsene Hunde können von einer sozial kompetenten Gruppe ebenfalls sehr profitieren.  Hier spielt die Festigung sozialen Verhaltens auf Artgenossen eine große Rolle, was durchaus bedeutet, daß auch sozial kompetent sein kann, nicht jeden sympathisch zu finden. Auch das ist normal, denn sie sind kein Familienverband, sondern sie stammen aus fremden Rudeln.

 

Manchmal ist es so, daß sich ein erfahrener Hund seinen Schützling heraussucht, dem dann besondere Aufmerksamkeit geschenkt wird, der sich aber auch den strengen Regeln seines Lehrmeisters zu unterwerfen hat.

So war es vor einigen Jahren auch mit Felix und Freddy. Beide Felix und Freddy waren Schnauzermixe, Felix der Große, Freddy der Kleine.

Felix hatte sich wohl in den Kopf gesetzt aus dem " kleine Freddy" einen "kleinen Felix" zu machen.

Felix wußte immer, was gut für eine Hundegemeinschaft ist und was nicht und wenn etwas nicht stimmte, wurde die "Angelegenheit" geklärt und zwar sofort und solange, bis im "Rudel" wieder der Wohlfühlstatus erreicht war.

Felix hatte Freddy immer im "Visier", weil er sowohl das Dilemma, als auch das Potential in Freddy sah, und zwar solange bis er ihn sich nach seinem Ebenbilde geformt hatte. Das er das auch wirklich erreicht hatte, konnten wir dann sehen, als Felix aus Krankheits-und Altersgründen nicht mehr an der Hundeschule teilnehmen konnte. " Klein Felix" hatte den "Laden im Griff", obwohl ihn so mancher "Wüstling" größen-und kräftemäßig überlegen gewesen wäre.

 

 

 

 

Die Mensch-Hund-Gemeinschaft

 

 

Oft sind die Konflikte in Hundegruppen entstanden, weil wir Menschen in Konflikte bewußt oder unbewußt eingegriffen haben. Manchmal reicht schon unsere Anwesenheit aus, um Konflikte auszulösen. 

 

Eine Mensch-Hund-Gemeinschaft ist eine Beziehung zwischen zwei Arten. Die Gemeinsamkeit, die uns verbindet und uns einander verstehen und lieben läßt, sind unsere sozialen Gemeinsamkeiten und die gleichen Interessen.

Wir können keine Rangordnung zwischen Mensch und Hund aufstellen, lediglich Verhaltensregeln untereinander. Nicht mehr und nicht weniger.

Verhaltensregeln zwischen Mensch und Hund ermöglichen eine Verständigung zwischen 2 Arten und sollten niemals demokratisch und auf gar keinen Fall diktatorisch sein, denn das verstehen Hunde nicht, auch nicht untereinander. Sie verstehen aber eine respektvolle Hierarchie.  Hunde leben in einer Menschenwelt und nur wir können unseren Hunden zeigen und sie lehren, wie sie sich in dieser Welt bewegen, verhalten und sich ihren Artgenossen gegenüber verhalten sollen.  

 

DIE REALITÄT

 

Die meisten Hunde durchleben folgenden Werdegang:

 

Die ersten 8 Wochen leben sie bei ihrer Mutter und den Wurfgeschwistern und können sich sozial normal entwickeln.

 

Danach kommt ein sehr tiefer Einschnitt, den Urvater Wolf nicht kennt: Die Trennung von allem was ihm lieb ist, seiner geliebten Familie, die Mama, die Geschwister, die Menschen deren Geruch so vertraut und angenehm ist, weil da eine Hand sanft streichelt und füttert, das geliebte Nest, die vertraute Wiese usw.

 

Mich erstaunt es immer wieder, wie schnell die Welpen sich in ein neues zu Hause umstellen können, freudig dem neuen Herrchen und Frauchen nachlaufen, als hätten sie nie etwas anderes getan. Wenn man bedenkt, was sie nun plötzlich alles neu lernen müssen und auch tun!

 

1.Beispiel

Zunächst geht alles gut. Der kleine Welpe entdeckt unbefangen die Welt und dann kommt plötzlich ein für den Welpen bedrohlich wirkender rudelfremder Hund, ein "Unhold", auf das kleine Wesen zugewalzt, der nur spielen will, aber seinem Gegenüber dieses im Vorfeld in keinster Weise kommunizieren kann. Auf das Angstschreien des kleinen Welpen hört er nicht, denn es ist ein pubertierenden Junghund, der sich über jedmöglichen Hundekontakt freut. Als unser Hundebaby eine Hundegruppe kennenlernen soll, sind schon 6 Hunde da, also für unseren Welpen 6 "Unholde" da, mit denen soll er nun spielen, weil soziale Kontakte sind ja wichtig. Alle 6 "Unholde" kommen natürlich gleichzeitig auf "Welpchen" zugerannt und bremsen kurz vorher ab, bis auf einen, der bremst nicht so gut, wieder ein Angstschrei und alle Unholde denken, endlich mal ein Hase und jagen dem fliehenden "Hasen" hinterher. Weil unser Welpenbaby ja später mal keine "Flachzange" werden soll und man die Angst noch fördert, wenn man jetzt auf die Idee käme, den Welpen zu beschützen wird er weggeschoben, wieder zu den "Unholden", weil "Hunde das schon unter sich klären". Einige Tage nachdem sich unser Hundebaby von diesem traumatischen Erlebnis erholt hat, wird er an einer kurzen eine Leine durch die Stadt geführt. Wieder kommt ein "Unhold", aber diesmal ein wirklich ruhiges und friedliches Exemplar, Welpi erstarrt und will gerade in den Hasenmodus verfallen, da merkt er das er an der Leine gar nicht weg kann. Der friedliche "Unhold" kommuniziert friedliche Kontaktaufnahme, da schießt Welpi nach vorn und startet eine Scheinattacke gegen "Unholds" Nase. Alle wundern sich, da Welpen doch eigentlich nicht aggressiv sind!  

 

Glauben Sie, Welpis Hundmama hätte es zugelassen, das ein rudelfremder "Unhold" auf Welpi zustürmt, eine fremde Hundegruppe auch nur in Welpis Nähe kommt, geschweige denn wenn er gerade "zum Hasen gemacht" wird , nicht eingreift?

 

2.Beispiel

Ein Welpe zieht in ein Haus mit einem Garten. Das soll sein zukünftiges Universum werden. Er heißt "Amerika". Da er aus dem Zuchtzwinger "Zur grünen Wiese" oder schlimmer noch "Von der dunklen Scheune" stammt, hat der Züchter verpasst, in den ersten Wochen für Umwelterfahrungen zu sorgen. Damit der Hund später mal gut "funktioniert" wird empfohlen, Hundekontakte zunächst zu meiden, damit sich der Hund intensiv auf den Menschen prägt (was er unbestritten auch tut) und dafür intensiven Gehorsam zu trainieren. Weil die Besitzer Ihren Hund nie unter Hunden kennengerlernt haben  und nicht wissen, wie er bei einem Hundekontakt reagiert wird er sofort bei jedweder Hundebegegnung weitergezogen. "Amerika" wird ein großes stattliches Tier. Bis eines Tages Nachbars Lumpi, namens "Kolumbus" auf der Straße entgegenkommt. Da die Besitzer wenig Zeit für "Kolumbus" haben, hat er gelernt, allein spazierenzugehen. Das macht Freude und ist praktischer, weil man sich mit Nachbars "Lumpine" zum Stelldichein zu verabreden kann und dampfende Pferdeäppel fressen kann, ohne das das irgendwelche Konsequenzen hätte, denn es weiß ja keiner. Da "Kolumbus" gar nicht daran denkt, die Straßenseite zu wechseln, passiert was passieren muß! "Kolumbus" entdeckt "Amerika"! Wie schon damals, kann auch die größte Hürde und kein Meer verhindern das das passiert. Wissen die Besitzer nun, was sie tun müssen? Im günstigsten Falle freut sich "Amerika", aber wenn die Beteiligten nicht gelernt haben mit der Situation umzugehen, wird die Sache wahrscheinlich eskalieren, nicht weil sich beide nicht verstanden hätten, sondern aus Unsicherheit "Amerika" Gefahr signalisieren.  

 

Würden sie auf die Idee kommen, Ihr Kind lieber gleich in die Vorstandsetage eines Großkonzerns zu geben, statt in eine Kinderkrippe, damit ihr Kind statt Motorikschleifen lieber gleich Erfolgskurven kennenlernt? Zudem den Kontakt zu Kindern vermeiden, damit es sich intensiv auf seine Lernaufgaben konzentrieren kann?

 

 

Ich habe den "Kuchen des sozialen Verhaltens" nur ein ganz klein wenig angeschnitten. Dieses Thema ist so komplex wie interessant und ich glaube wir wissen nur sehr wenig von dem was es noch an unseren Haushunden zu entdecken gibt und wie wir uns zu ihnen verhalten sollten. 

   

 

DIE ANTWORT

 

Um zu lernen, wie Hunde ihren Artgenossen begegnen sollen, müssen wir Stärken und Schwächen unserer Hunde lesen lernen. Wenn Sie wissen, wie Ihr Hund reagiert und wann er Stress hat, können Sie richtig eingreifen. Das erfordert Geduld und die eigene Schulung der Beobachtungsgabe und natürlich ist es wichtig zu hinterfragen, wie es denn besser gewesen wäre. Das ist nicht leicht, aber sehr interessant und es lohnt sich!

 

RUDELLAUFEN

 

 

Jeden Tag laufe ich mit meinen Hundegruppen von bis zu 10 Hunden, die sich teilweise schon seit einigen Jahren kennen und wöchentlich miteinander zu tun haben. Es ist ein ganz wunderbares Gefühl von ihnen umgeben zu sein und in ihrer Mitte zu laufen. Gefühlsmäßig wie in einem Wolfsrudel. Natürlich sind es weder Wölfe, noch ein Rudel, aber der Begriff hat sich so ergeben und jeder kann sich vielleicht etwas darunter vorstellen. Daher heißt meine Gassigruppe "Gassirudel" und der Lauf "Rudellaufen".

 

Da meine Hundegruppen über Jahre gewachsen sind und ich die Hunde nur betreue, wenn sie die "Aufnahmeprüfung" bei meinem Gassirudel bestanden haben, hat sich ein stabiler und sehr sozialer Stamm von Hunden gebildet. Sie sind ein sehr aufeinander eingespieltes Team und ein Teil von ihnen arbeitet in der Mitteschule Weinböhla mit den Schulkindern (siehe auch Kapitel "Hunde-Kinder-Schulprojekt).

 

Gerade Hunde, die unsicher im Umgang mit anderen Hunden sind, lernen, in der mentalen Stärke der Gemeinschaft, Verhaltensweisen, die sie in ihrer frühen Welpenzeit kennengelernt haben, die sie aufgrund fehlender oder falscher Hundekontakte nicht weiterlernen konnten. Sie lernen sich wieder etwas zuzutrauen und zu kommunizieren, mit Ängsten umzugehen, diese abzubauen und neue Strategien zu entwickeln. Wenn Ängste verschwinden, können neue Pfade entstehen, gelernt und aufgebaut werden. Sie erlangen mit der Zeit eine neues Selbstbewußtsein, die auch sie sicher machen wird, denn Sie lernen, wie Ihr Hund in den unterschiedlichen Situationen reagiert und was Sie dann tun können.

 

    

Die Gassirudel laufen vormittags zu unerschiedlichen Zeiten,Orten und Besetzungen.

Wenn Sie Interesse haben, suchen wir für Ihren Hund ein passendes Hunderudel und besprechen je nach Problemstellung die Herangehensweise. 

 

Kosten pro Stunde: 5 EUR

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